Das geheimnisvolle Dorf „Maurice“
Es war eine klare Herbstnacht.
Die Sterne leuchteten zahlreich am Himmel und der Mond leuchtete ebenso deutlich herab auf das Wasser. Der See war ruhig und die Berge dahinter spiegelten sich auf der
Wasseroberfläche. Eine sanfte Windbriese huschte über den See und das Wasser kräuselte sich.
Um den See herum lag das Dorf Maurice.
Das Dorf war auf der Landkarte nicht eingezeichnet und wer dorthin wollte, musste sich schon ziemlich gut in der Gegend auskennen.
Und doch passierte es, dass sich in jener Nacht ein blauer Porsche in Richtung dorthin verirrte.
Am Steuer saß eine junge, hübsche Dame.
Es war Sabrina, die von einer Party kam und aus irgendeinem Grund den sie sich nicht erklären konnte, vorhin von der Hauptstrasse abbog.
Vielleicht war es pure Neugier und die schöne Nacht dazu.
Die Sabrina bewegten nicht gleich nach Hause zu fahren. Im Radio spielten sie gerade ihr Lieblingslied und nebenher zog sie genussvoll an ihrer Zigarette.
Der Tacho zeigte 30 Stundenkilometer und das war für die holprige Waldstrastrasse verhältnismäßig schnell.
Plötzlich blockierte irgendetwas den Radiosender und an Stelle der Musik ertönte ein Summen.
Wie aus einem Traum gerissen drehte Sabrina verzweifelt am Sender.
Vergeblich. Überall war das Summen zu hören.
Auf einmal tauchte im Scheinwerferlicht ein Tor mit der Aufschrift Maurice auf.
Verwirrt starrte sie auf das Schild und trat gleichzeitig auf die Bremse.
Der Wagen quietschte kurz.
Zögernd gab sie wieder langsam Gas.
Erst jetzt bemerkte Sabrina, dass sie sich verfahren hatteund nicht genau wusste wo Maurice eigentlich lag. Trotzdem beschloss sie ins Dorf zu fahren und dort zu übernachten.
Der blaue Porsche fuhr fast geräuschlos den Schotterweg entlang, bis hin zum See, wo der Wagen hielt.
Rechts und links vom See standen Häuser, aber nirgends brannte noch Licht.
Sabrina zog die Handbremse an und stieg aus.
Die Stille wirkte unheimlich auf sie und da war es wieder, dieses Summen und ehe sie reagieren konnte trieb vor ihram Ufer eine Leiche.
Die nackte Angst stieg in ihr auf und voller Panik rannteSabrina zum Auto zurück und legte den Rückwärtsgang ein.
Der Porsche raste den Waldweg entlang.
Endlich war die Hauptstraße in Sicht.
Der Wagen schlitterte in die Kurve und Sabrina trat das Gaspedal tief durch.
Doch nun vernahm sie wieder das Summen. Es wurde immer lauter.
Desto schneller sie fuhr, umso stärker und schmerzvoller wurde der Ton.
Im selben Augenblick kam ihr ein LKW entgegen und sie verlordie Gewalt über den Sportwagen.
Der Porsche krachte gegen einen Baum und Sabrina schlug mit dem Kopf auf das Lenkrad.
Die zwei Fahrer vom Lastwagen eilten zum Auto. Bevor der Wagen in Flammen aufging, zerrten sie die junge Frau aus dem Auto.
Doch es war zu spät gewesen, Sabrina war tot.
Der eine Fahrer blickte in den Pass, den er in ihrer Jackentaschegefunden hatte und sagte verblüfft zu seinem Kollegen:
„Du, die sieht genauso aus wie das Mädchen aus der Zeitung, dass von der Wasserschutzpolizei gesucht wird, nur der Geburtsort Maurice passt nicht.“